| Marketing: Networking betreiben und sich informieren |
| Der Kongress richtete sich einerseits an
Studenten aus ganz Deutschland, die Interesse
am Marketing und an der BWL haben sowie an
Professionals, Alumni des MTP e.V. und Wissenschaftler,
die bereits im Berufsleben stehen. Ziel der
Veranstaltung war es, das hochaktuelle Thema
CSR aus verschiedensten Blickwinkeln zu beleuchten
und durch das heterogene Publikum regen Austausch
zwischen den Gruppen zu schaffen. Die berufsstart-Redaktion
hat zwei Teilnehmer interviewt. |
| 1. Interview Informationen zur Person: Name: Maurice Stanszus Hochschule: Berlin School of Economics Studiengang: Business Administration Schwerpunkt / Vertiefung: Marketing und CSR Semester: 8 Mitglied bei MTP: nein |
| berufsstart.de: In welcher Funktion haben Sie die Marketing
Horizonte 2009 besucht? Stanszus: Hauptsächlich habe ich den Kongress in meiner Funktion als Student besucht. Das momentan immer wichtiger werdende Thema "Corporate Social Responsibility" (CSR) und dessen Beziehung zum Marketing spiegeln genau meine Schwerpunkte im Studium wieder. Ich befinde mich bereits am Ende meines Studiums und habe mich den Großteil meines Hauptstudiums mit der Verknüpfung von CSR und Marketing beschäftigt. Da ich an einer Fachhochschule studiere, habe ich auch schon einige Praxiserfahrungen in diesem Bereich sammeln können. Für mein Vordiplom zum Beispiel habe ich mit einer IT-Firma zusammengearbeitet, die Suchmaschienen entwickelt. Dort habe ich ein Konzept für eine strategische Produktsuchmaschine erstellt. An meiner Hochschule habe ich mit meiner wissenschaftlichen Arbeit dann den Bedarf dieser Geschäftsidee fundiert. In diesem Sinne war ich in Mannheim also auch aus beruflichen Gründen. Inzwischen besteht auch eine persönlich Leidenschaft für dieses Thema und es macht Spaß macht zu sehen, wie man mit strategischem CSR in der Wirtschaft durchaus sinnvolle Win-Win-Situationen durchsetzten kann. berufsstart.de: Wie haben Sie von der Veranstaltung Marketing Horizonte erfahren und warum haben Sie teilgenommen? Stanszus: Da ich mich bereits ausgiebig mit dem Thema CSR beschäftigt habe, wurde ich gleich durch mehrere Informationskanäle auf das Event aufmerksam. Zum Einen habe ich das CSR Magazin "Glocalist" abonniert, welches auch Medienpartner des Kongresses war. Auf der Webseite werden zahlreiche Veranstaltungen, die mit Nachhaltigkeit und Wirtschaft zu tun haben, bekanntgegeben. Außerdem haben mich verschiedene Professoren angesprochen und eine Kollegin hat mir einen Link zu dem Event geschickt. berufsstart.de: Wie liefen die Anmeldung, Anreise und Ihr Tagesablauf während des Kongresses ab? Stanszus: Von der Organisation war ich positiv überrascht, da ich mich bzgl. meiner Teilnahme sehr kurzfristig entscheiden konnte. Vor allem die verlängerte Anmeldefrist kam mir entgegen. Bis zur Eröffnungsrede wusste ich auch nicht, dass der Kongress ausschließlich von Studenten organisiert wurde. Umso erstaunter war ich, weil alles höchst professionell wirkte. Die Anreise aus Berlin war kein Problem da genügend Mitfahrgelegenheiten zwischen den beiden Metropolregionen hin und her pendeln. Auch vor Ort in Mannheim war es kein Problem, den zentralen Tagungsort zu finden. Der Ablauf war, was Quantität und Qualität angeht, auf hohem Niveau. Eine solche Fülle von Informationen in so kurzer Zeit waren wünschenswert und zwei Tage reichten vollkommen aus. Ein weiterer Kongresstag mit diesem Tempo wäre zu viel gewesen. Insgesamt habe ich 12 Mindmaps erstellt, was heißt jeden Tag sechs Vorträge und Podiumsdiskussionen. Zwischen den Vorträgen kam schnell eine familiäre, kommunikative Atmosphäre auf und die Verpflegung war ebenfalls super - obwohl es kein Bio-Hühnerfrikassee gab - dafür aber umso mehr Bionade. Hinsichtlich des Inhaltes war ich vor allem von dem breiten Spektrum der Redner sehr begeistert. Ich wollte wissen, in welche Richtung sich CSR bewegt und ob sich die Thematik eher in die oberflächliche klassische Werbe-Ecke des Marketings zum Greenwashing hin entwickelt oder ob den Unternehmen der vorhandene strategische und langfristige Vorteil von CSR ernsthaft ersichtlich ist. Die Antwort ist beides. Das Thema CSR ist im Verhältnis zu seiner Komplexität noch sehr jung. Obwohl es ähnliche Konzepte schon ewig gibt, werden sie erst jetzt richtig verstanden und in einem Lernprozess umgesetzt. Anhand der verschiedenen Vorträge konnte man die verschiedenen Kenntnisstände bei den Unternehmen erkennen und es wurde deutlich, dass dieses vielseitige Thema noch reichlich kreatives Potenzial enthält. Zum Beispiel waren nach wie vor einige Redner davon überzeugt, dass die Krombacher Regenwald Aktion CSR sei. Kritische Stimmen - wie die von Attac - dagegen vertreten den Standpunkt, Nachhaltigkeit und Kapitalismus seien Widersprüche. Für mich war besonders interessant zu sehen, wie in manchen Unternehmen bereits ganz klare und relevante Win-Win-Situationen gelebt werden. Zum Beispiel bei Henkel, wo die strategischen Dimensionen sehr deutlich rübergebracht wurden oder auch Tchibo hat mit seinem Product Carbon Footprint ein exzellentes Musterbeispiel aufgezeigt. Auch die Beiträge aus Wissenschaft und Forschung haben den Nutzen von CSR immer wieder unterstrichen. Fair behandelte Mitarbeiter und Stakeholder sind produktiver und kreativer und ein energieeffizienter Produktionsprozess spart Kosten und CO2. Langlebige Produkte machen zudem die Konsumenten zufriedener. Ich denke ein Großteil der Unternehmen hat dies erkannt. Nun brauchen sie entsprechend qualifizierte Mitarbeiter, die diese Konzepte verstehen und leben. Meiner Meinung nach waren genau diese Anwärter auf dem Kongress versammelt. Herr Sattelberger (Personalvorstand der Telekom) hat das in seinem Vortrag auf den Punkt gebracht: Die Ursache für die Kinderkrankheiten der freien Marktwirtschaft können nur erfolgreich behoben werden wenn man bei den Wurzeln, sprich bei den Business Schools dieser Welt ansetzt. berufsstart.de: Sind Sie der Meinung, dass der Besuch einer solchen Veranstaltung hilfreich ist, um sich beruflich zu orientieren, um Networking zu betreiben oder auch um nach einem Job zu suchen? Stanszus: Die Marketing Horizonte hatten für mich keinen direkten Nutzen hinsichtlich eines konkreten Jobs oder eines Kontaktes zu einer Firma, aber einen indirekten Nutzen für meine zukünftige berufliche Orientierung. Es ist interessant zu sehen, wie sich CSR organisatorisch verankern wird. Ob es als Spezialwissen in Stabsstellen verweilt oder als komplett neue Basis aller Aktivitäten von Unternehmensführung und Produktionsabteilung angesehen wird. Marketing könnte hier einen neuen Stellenwert erlangen, wenn es als Schnittstelle aller internen und externen Interessenvertreter auftritt. Diese übergeordneten Fragen erleichtern mir meine persönliche Ausrichtung. Ob ich nun einen CSR-Master mache, doch gleich einen Green-MBA oder ob ich direkt in kleinen CSR-Unternehmensberatungen nach Praktika suchen werde. berufsstart.de: Vielen Dank für das Interview |
| 2. Interview Informationen zur Person: Name: Carola Conrads Hochschule: Uni Mannheim Studiengang: BWL Schwerpunkt / Vertiefung: Marketing, Logistik, Industriebetriebslehre Semester: 9 Mitglied bei MTP seit: Wintersemester 2005 |
berufsstart.de: In welcher Funktion haben Sie die Marketing Horizonte 2009 besucht? Conrads: Ganz entspannt als einfacher, studentischer Teilnehmer. So konnte ich die zwei Tage voll genießen und hatte absolut keinen Stress - im Gegensatz zum Großteil der Mitglieder der Geschäftsstelle Mannheim. berufsstart.de: Wie haben Sie von der Veranstaltung Marketing Horizonte erfahren und warum haben Sie teilgenommen? Conrads: Es war als aktives MTP-Mitglied in Mannheim seit 2007 eigentlich unmöglich, nichts von dem Kongress mitzubekommen. Während unseres wöchentliche Plenums wurden immer wieder Helfer gesucht und die aktuellen Planungen vorgestellt. In der heißen Anmeldephase gab es auch in den Vorlesungen an der Uni und in den Online-Communitys keinen Weg an den Marketing Horizonten vorbei. Das Thema "Corporate Social Responsibility" interessierte mich, da es in der Uni dann doch oft unter den Tisch fällt. Außerdem war ich natürlich neugierig zu sehen, ob sich die vielen kurzen Nächte meiner Freunde und Kommilitonen im Organisationsteam auszahlen würden. berufsstart.de: Wie liefen die Anmeldung, Anreise und Ihr Tagesablauf während des Kongresses ab? Conrads: Die Anmeldung wurde sehr professionell über ein Online-Tool gestaltet. Da ich in Mannheim wohne, war die Anreise für mich sehr einfach; die anderen Teilnehmer aus Deutschland nutzten das spezielle Bahn-Ticket, das extra für den Kongress angeboten wurde. Vor Ort war dann bloß das Einchecken etwas chaotisch, danach stimmte der Zeitplan aber. Ich hatte mir ein abwechslungsreiches Programm mit diversen Vorträgen und einem Workshop zusammengestellt, so dass die zwei Tage wie im Flug vergingen. berufsstart.de: Sind Sie der Meinung, dass der Besuch einer solchen Veranstaltung hilfreich ist, um sich beruflich zu orientieren, um Networking zu betreiben oder auch um nach einem Job zu suchen? Conrads: Gerade das Rahmenprogramm um die Vorträge
herum bot eine sehr gute Gelegenheit, Kontakte
zu knüpfen und Insider-Informationen zum
Berufseinstieg zu gewinnen. So führte ich
in der Mittagspause interessante Gespräche
mit Vertretern aus den Bereichen Human Resources
und Marketing eines Pharma-Unternehmens,
das mich als potentieller Arbeitgeber besonders
interessiert. Während des gesamten Kongresses bot sich natürlich auch die Gelegenheit, andere Studenten kennenzulernen. So konnte man sich dann abends in etwas lockererer Runde austauschen. Ich war zu dieser Zeit nicht auf Jobsuche, aber gerade die Workshops hätten mir dort sicherlich auch einige Türen geöffnet. So waren wir nach unserer Case Study zum Thema "Vermarktung von Naturkosmetikprodukten" mit der Produktmanagerin per Du. berufsstart.de: Vielen Dank für das Interview! |